Förderangebot auf dem Eselhof am Bergacker

Konzept des Förderangebotes der Anne-Frank-Schule auf dem Eselhof am Bergacker

IMG_20150617_110850 (Mobile)Seit Beginn des Schuljahres 2007/2008 bietet unsere Schule ein Förderangebot in Anlehnung an die Konzepte der Tiertherapie an.
Ein Mal in der Woche fährt eine Gruppe von ca. vier Schüler/innen auf den Eselhof in Nenterode (Knüll).
Neben einer Gruppe von 12 Eseln gibt es auf dem Hof auch zwei Schweine, mehrere Katzen, Hühner, Kaninchen, Vögel und Ziegen. Es wird jedoch hauptsächlich mit Eseln gearbeitet.
Diese „Arbeit“ (vorwiegend führen, aber auch reiten), nach dem Konzept der Tiertherapie, fördert das Selbstbewusstsein.
Die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen, kommen durch die Ruhe der Esel selbst zur Ruhe und lernen vielerlei soziale Kompetenzen. Zum Beispiel akzeptieren von Eigenarten/ Wesenszügen (jeder Esel ist anders), aber auch die Erfahrung selbst angenommen zu sein (Entwicklung der Persönlichkeit), auf andere Rücksicht nehmen, sich an Regeln halten, an Gruppenaktivitäten teilnehmen (Fähigkeit sich in der Gemeinschaft einzufügen, Verantwortung für sich und andere übernehmen).IMG_20150909_105304 (Mobile)
Außerdem werden auch die motorischen Kompetenzen und die Kommunikation gefördert.
Schon lange ist die positive Wirkung von Tieren bekannt und wird in der Tiertherapie umgesetzt. Ein Tier nimmt Stimmungslagen auf und erwidert die intensive Zuwendung. Durch die Stärkung im motorischen und vor allem emotionalen Bereich werden wesentliche Vorrausetzungen für die Förderungen in anderen Bereichen gesetzt.
Das Angebot wird durch eine Förderschullehrerin mit Zusatzausbildung zum mototherapeutischen Reiten und einer weiteren Lehrkraft begleitet.
Die Gruppe wechselt immer nach einem Halbjahr und wird dann mit einer Urkunde über das Gelernte verabschiedet. Das Auswahlverfahren läuft zunächst über die Lehrkräfte, die aus jeder Klasse Schüler mit entsprechendem Bedarf nennen. Im zweiten Schritt werden die Schüler gefragt, ob sie teilnehmen möchten und im letzten Schritt werden die Eltern informiert und um ihr Einverständnis zur Teilnahme befragt. Von den Eltern wird ein Unkostenbeitrag von 5€ erbeten. Weitere Unkosten werden durch den Förderverein getragen. Der Transport nach Nenterode wird mit dem Schulbus gewährleistet.

IMG_20150617_110905 (Mobile)Beispielhafter Ablauf:
Die ersten vier bis fünf Treffen dienen zur Orientierung und Eingewöhnung. Hier lernen die Schüler den Hof und die Tiere kennen, sprechen über Vorerfahrungen und Ängste. Erste Annäherungen und Kontaktaufnahme zu den Eseln in Form von streicheln und putzen sind hier Inhalt. Jedoch auch die Gespräche über Vorlieben und Regeln.
Die wichtigsten „Eselregeln“:

  • ruhig sprechen/ nicht schreien
  • langsam bewegen/ nicht rennen
  • netter Umgang/ nicht schlagen, streiten o.ä.
  • wir bleiben zusammen

In den Folgestunden sucht sich jeder einen speziellen „Eselfreund“. Da nicht nur jeder Mensch, sondern auch jeder Esel seinen speziellen Charakter hat, finden sich meist schnell die zueinander passenden Paare.
Nun beginnt eine Zeit des intensiveren Kennenlernens des Eselfreundes. Hier wird viel IMG_20150617_110830 (Mobile)über die Besonderheiten jedes Einzelnen erfahren und gesprochen (Mensch und Tier).
Die folgende Phase ist dann mit vielen verschiedenen Übungen begleitet. Wie z.B.:

  • den Esel führen oder auch reiten
  • Slalom
  • Über Hindernisse (Brett) steigen
  • Gegenstände z.B. vom Baum abhängen, mitnehmen, weitergeben oder zurückhängen
  • Auf Kommando losgehen, anhalten oder Richtungswechsel
  • mit Augen zu reiten/ mit Arme nach oben
  • und vieles mehr

Jede „Stunde“ beginnt in der Regel mit einer kleinen Vorbesprechung, in der Wünsche, Anregungen oder Probleme aufgegriffen werden. Anschließend wird auf dem Hof das benötigte Material besorgt und die Esel sortiert (die gewünschten von der Herde getrennt und auf den Reitplatz gebracht). Danach begrüßt und verwöhnt/ striegelt jeder seinen Esel, bevor es zur „Arbeitsphase“ übergeht. Während des Aufenthalts ist eine stetige Kommunikation und Interaktion zwischen allen Beteiligten (Mensch und Tier). Am Ende werden die Esel verabschiedet, eine kurze Reflektion gehalten und das Material aufgeräumt.

IMG_20150909_105339 (Mobile)Am Ende des Halbjahres findet eine kleine Abschiedsfeier auf dem Eselhof statt. Hier werden noch einmal die Erfahrungen und Fortschritte des Halbjahres reflektiert und mit einer Urkunde und Fotos gewürdigt. Es wird auch ein kleines Geschenk als Dank an die Besitzer des Eselhofes vorbereitet und überreicht.