Unterstützte Kommunikation

Grundannahmen:

  • Kommunikation ist Grundlage für ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft.
  • Kommunikation ist Grundbedürfnis, Grundfähigkeit und Grundrecht eines jeden Menschen.
  • Kommunikation ist Ausdruck der persönlichen Identität, welche sich im Austausch mit anderen ausbildet und erweitert.
  • Unterstützte Kommunikation ist eine Methode, die es nicht oder wenig sprechenden Menschen ermöglicht, sich zu verständigen und ihre kommunikativen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
  • Kommunikation und Unterstützte Kommunikation müssen erlernt und gelehrt werden

Für den Schulalltag sind folgende Standards grundlegend:

  • Unterstützte Kommunikation ist vielfältig. Für jeden unterstützt kommunizierenden Schüler müssen individuelle Kommunikationswege gefunden werden, die sich an seinem jeweiligen Entwicklungsstand orientieren.
  • Der bereits bestehende Fundus an nichtelektronischen Hilfsmitteln (Bilder, Piktogramme, Gebärden) wird kontinuierlich erweitert. Der Einsatz von Gebärden soll intensiviert und als durchgängiges Unterrichtsprinzip etabliert werden. Ein Materialfundus an elektronischen Hilfsmitteln soll nach und nach aufgebaut werden. Die Schule übernimmt Beratungsfunktion bei der Versorgung mit individuellen Hilfsmitteln.
  • Alle pädagogischen Mitarbeiter sollten ein Grundwissen zum Thema Unterstützte Kommunikation besitzen. Ein regelmäßiges Gebärdentraining innerhalb des Kollegiums soll eingerichtet werden. Unterstützte Kommunikation ist durchgängiges Prinzip im gesamten Schulalltag.
  • Jeder Mitarbeiter hat eine eigene Namensgebärde. Auch alle Schüler sollten eigene Namensgebärden bekommen. Gebärden und Symbole sollten mit allen Schülern geübt werden. Veranstaltungen der Schulgemeinschaft sollten mit Symbolen und Gebärden begleitet werden.
  • Unsere Schule hat einen UK-Beauftragten zur Beratung von Kollegen in Bezug auf die kommunikative Entwicklung und Förderung der nicht sprechenden Schüler. Dafür sollten Unterrichtsstunden zur Verfügung gestellt werden, um die Kinder im Unterricht zu beobachten und eine entsprechende Förderung unterstützen zu können.
  • Die Schule ist Mitglied im Netzwerk für Unterstützte Kommunikation Nordhessen. Über den UK-Beauftragten wird der Kontakt gehalten.
  • Die interdisziplinäre Zusammenarbeit (z.B. Schule, Therapie, Eltern) ist Voraussetzung für eine ganzheitliche Kommunikationsförderung. Der Erwerb kommunikativer Fähigkeiten ist ein lebenslanger Prozess. Eine kontinuierliche Förderung kann nur gewährleistet werden, wenn Informationen weitergegeben werden (z.B. Frühförderung – Schule, Schule – Werkstatt).
  • Der Lehrer hat die Aufgabe, die individuellen Kommunikationsbedürfnisse und Interessen der Schüler, sowie ihre kommunikativen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erfassen und zu unterstützen. Darauf aufbauend soll er ihre Kommunikationsmöglichkeiten erweitern. Diese Erkenntnisse werden im Förderplan beschrieben, evaluiert und fortgeschrieben.
  • Jeder unterstützt kommunizierende Schüler wird an den Unterrichtsabläufen beteiligt (Partizipation) und in kommunikative Prozesse einbezogen (Inklusion)